Allianz trennt sich von zwei Schweizer Töchtern

Datum: 22.09.2010
Auf dem Schweizer Versicherungsmarkt herrscht Bewegung. Die Helvetia ist auf ihrer Einkaufstour fündig geworden und übernimmt zwei Tochterfirmen der zur Allianz Gruppe gehörenden Allianz Suisse: Die Versicherungsgesellschaften Alba und Phenix. Dafür legen die St. Gallener 302 Millionen Schweizer Franken, das entspricht etwa 228,2 Millionen Euro, auf den Tisch. Die Aufsichtsbehörden müssen dem Deal aber noch zustimmen.

Der Verkäufer ist zufrieden, weil damit der Kurs einer Vereinfachung der bestehenden Strukturen weiter gefahren wird. Denn während die Allianz Suisse Leben und die CAP Rechtsschutzversicherung bereits eine Betriebsgemeinschaft bilden, haben sich Alba und Phenix bislang als selbstständig präsentiert.

Der Käufer ist zufrieden, weil die Neuerwerbungen vermeintlich perfekt zum Konzern, der letztes Jahr 6,7 Milliarden Schweizer Franken umsetzte, passen. Das Geschäftsvolumen in der Schadenversicherung soll um etwa ein Viertel ansteigen, das gesamte Geschäftsvolumen um sechs Prozent. Vor allem in der Romandie, der französischen Schweiz, soll deutlich zugelegt werden. Zudem ständen genug Eigenmittel für die Finanzierung zur Verfügung. Für die folgende Integration rechnet Helvetia mit maximal drei Jahren.

Bleiben die Verkauften. Bei deren Beschäftigten wird jetzt vermutlich die Angst umgehen. Denn ein Stellenabbau scheint wahrscheinlich. Über die Größenordnung wollte sich Helvetia nicht äußern, kündigte aber vorsorglich an, dass er sozialverträglich gestaltet werden soll.

Die in Basel ansässige Alba wies 2009 als schweizweit tätiger Nicht-Lebenversicherer mit 220 Mitarbeitern ein Prämienvolumen von 131,8 Millionen Schweizer Franken aus. Phenix ist ein in Lausanne angesiedelter Personen- und Schadenversicherer, der mit 130 Angestellten im agbelaufenen Geschäftsjahr ein Gesamtprämienvolumen von 87,1 Millionen erwirtschaftete.
Quelle: bazonline.ch vom 22.9.10