Arriva Deutschland wird wohl italienisch

Datum: 07.12.2010
Das Rennen um das Deutschlandgeschäft der Deutsche Bahn-Tochter Arriva scheint entschieden. Gewonnen hat die Trenitalia, die sich zur Unterstützung den luxemburgischen Infrastrukturfonds Cube ins Boot geholt hatte. Trenitalia ist die Personenverkehrs- und Logistiktochtergesellschaft der FS, der italienischen Staatsbahn Ferrovie dello Stato.

Chancen rechnete sich bis zuletzt auch der französische Veolia-Konzern in Gemeinschaft mit dem Infrastrukturfonds Antin aus. Während der Arriva-Betriebsrat die Franzosen bevorzugte, die im Gegensatz zu den Italienern über Erfahrungen im deutschen Nahverkehr verfügen, sah die Konzernspitze das etwas anders und gab Trenitalia den Vorzug. Deren Angebot lag auf jeden Fall höher als das von Veolia. Spekuliert wird auf eine Summe zwischen 300 und 400 Millionen Euro.

Vielleicht hat die Deutsche Bahn auch den Verkauf an einen vermeintlich schwächeren Konkurrenten für die bessere Lösung gehalten. Denn freiwillig ist der Verkauf nicht. Nachdem die Deutsche Bahn Arriva im Frühjahr 2010 übernahm, machten die Kartellbehörden eine Trennung vom Deutschlandgeschäft zur Bedingung ihrer Genehmigung des Deals.
Quelle: sueddeutsche.de vom 7.12.10