Autozulieferer Behr veräußert Anteile an Mahle

Datum: 05.02.2010
Die Absatzkrise fördert die Konzentration. Der Stuttgarter Automobilzulieferer Behr gibt 60 Prozent seiner Gesellschaftsanteile an den Stuttgarter Mahle-Konzern ab. Beide Firmen mussten auf Grund der Absatzflaute in der Kfz-Branche zuletzt rote Zahlen schreiben und versprechen sich durch die Kooperation längerfristig neues Wachstumspotenzial. Der Geschäftsbereich Industry der Behr-Gruppe wird in Zukunft unter dem Namen Mahle Behr Industry firmieren.

Schon vor Monaten hatte die Behr-Gruppe angekündigt, dass man für die Industriesparte Investoren suche, um sich auf das Kerngeschäft im Pkw- und Lastwagenbereich konzentrieren zu können. Von diesem Geschäftsvorgang sind in Deutschland drei Standorte mit etwa 500 Mitarbeitern betroffen sowie weitere in den USA. Mit einem Umsatz von 206 Millionen Euro im Jahr 2008 gilt Behr Industry als Filetstück der Behr-Gruppe.

Der Käufer Mahle ist einer der größten Autozulieferer weltweit und beschäftigt an mehr als 100 Standorten rund 50.000 Mitarbeiter. Spezialisiert hat sich der schwäbische Konzern auf Kolbensysteme und Filterkomponenten. Der Umsatz im Jahr 2008 betrug fünf Millairden Euro, brach aber im ersten Halbjahr 2009 um knapp ein Drittel ein. Die Behr-Gruppe stellt mit etwa 17.000 Mitarbeitern Klima- und Kühlsysteme her und konnte 2008 einen Umsatz von 3,3 Milliarden Euro erwirtschaften. Da das Unternehmen von Schulden geplagt wird, kündigte Behr im Dezember einen Stellenabbau an. Zwischen Mahle und Behr laufen derzeit noch Gespräche über weitere Möglichkeiten der Zusammenarbeit.
Quelle: Automobil-industrie.de vom 04.02.2010