Autozulieferer Emcon an Faurecia verkauft

Datum: 06.11.2009
Ein französischer Konzern erwirbt ein amerikanisches Unternehmen und schwingt sich damit zur weltweiten Nummer eins bei Abgaskontrollsystemen auf. Und das kann große Auswirkungen auf zahlreiche Arbeitsplätze in Deutschland haben. Warum? Weil sowohl Faurecia als auch Emcon Technologies in der Augsburger Region mit Werken vertreten sind.

Emcon produziert direkt in Augsburg Katalysatoren während Faurecia in Neuburg Autositze fertigt. Für das Neuburger Werk wird sich sicherlich nichts ändern. Aber bei den 1.050 Mitarbeitern in Augsburg geht nun die Angst um. Geplant ist, Emcon mit der Faurecia-Sparte Exhaust Systems zur Faurecia Emissions Controll Technologies zusammenzulegen.

Bei Emcon wurde zuletzt sowieso schon über einen Stellenabbau verhandelt. Nun wurde die Belegschaft durch die neue Entwicklung anscheinend völlig überrumpelt. Größte Sorge ist die Entwicklungsabteilung in Augsburg mit ihren 450 Arbeitsplätzen. Auch Faurecia verfügt über eine solche Einrichtung. Und ein Unternehmen braucht vermutlich nicht zwei solcher Abteilungen.

Faurecia erschließt sich mit Emcon zwar neue Märkte wie BMW, Fiat und die Nutzfahrzeugsparte. Es gibt aber eben auch Überschneidungen. Und Faurecia kündigte an, ab 2011 bei Abgassystemen Synergieeffekte von 60 Millionen Euro erreichen zu wollen. Keine gute Ausgangslage für eine langfristige Arbeitsplatzsicherung.

Emcon erzielte letztes Jahr mit 6.000 Beschäftigten in 19 Ländern einen Umsatz von 2,2 Milliarden Euro. Faurecia konnte im gleichen Zeitraum mit 60.000 Mitarbeitern rund 12 Milliarden Euro umsetzen.
Quelle: augsburger-allgemeine.de vom 3.11.09