Baden-Württemberg will EnBW-Mehrheit kaufen

Datum: 07.12.2010
Das Bundesland Baden-Württemberg plant einen spektakulären Coup. Für 41,50 Euro je Aktie sollen die 45 Prozent an EnBW erworben werden, die sich derzeit im Besitz des französischen Stromkonzerns EDF befinden. Für das gesamte Paket wären dann 4,67 Milliarden Euro fällig. Den anderen Aktionären wird ebenfalls ein Übernahmeangebot gemacht.

Ausnahme ist der Zweckverband der oberschwäbischen Elektrizitätswerke (OEW), der momentan auch 45 Prozent an EnBW hält. Baden-Württembergs Ministerpräsident Stefan Mappus erklärte, dass es zwischen dem OEW und dem Land bereits eine Verständigung gegeben hätte. Die OEW wird demnach ihre Anteile halten.

Der Rest soll, nachdem er komplett in Landesbesitz übergegangen ist, mittelfristig entweder zu großen Teilen oder vollständig an die Börse gebracht werden. Mappus will damit nach SAP, Daimler und Heidelcement einen vierten baden-württembergischen DAX-Konzern schaffen.

Finanziert werden soll der Deal durch eine so genannte Baden-Württemberg-Anleihe, bei der die Zinskosten durch die zu erwartenden Dividenden der EnBW aufgefangen werden können. Der Ausstieg der seit 10 Jahren bei EnBW engagierten Franzosen kommt indes nicht überraschend. Da sie keine Chance auf eine Anteilsmehrheit haben, hat das Interesse der EDF an dieser Beteiligung sowieso schon stark nachgelassen.
Quelle: spiegel.de vom 6.12.10