Banco Santander vergrößert sich mit SEB-Filialen

Datum: 14.07.2010
Und verdrängt mit nunmehr sieben Millionen Kunden in Deutschland die ING-Diba vom vierten Platz der größten Banken. Die spanische Großbank bezahlte rund 555 Millionen Euro für das Privatkundengeschäft des schwedischen Kreditinstituts SEB. Rund 173 Filialen und 2.000 Beschäftigte wechseln nun den Besitzer. Die SEB, die für den Privatkundenmarkt in Deutschland wohl nicht groß genug war, musste im vergangenen Jahr 117 Millionen Euro Verluste hinnehmen.

Santander verdoppelt mit der Aquisition sein deutsches Filialnetz auf nun rund 350 Geschäftsstellen. Schwerpunkt des Unternehmens aus Madrid und mit deutscher Hauptvertretung in Mönchengladbach sind Verbraucherkredite. Deutschland ist einer der Kernmärkte. Die Spanier sind auf Expansionskurs und haben die italienische HypoVereinsbank-Mutter Unicredit beim Poker um den Deal wohl überboten. Der SEB-Chef erklärte, dass sich für die SEB-Kunden durch den Verkauf zunächst nichts ändere.

Von Seiten der Gewerkschaft Verdi wurde die Befürchtung geäußert, dass die Mitarbeiter der SEB, die nun zu Santander wechseln, Opfer von Rationalisierungen würden. Santander sei eines der wenigen Geldinstitute, die nicht den Branchentarifvertrag für Banken anwenden. Ein SEB-Sprecher teilte mit, die Standort- und Beschäftigungsgarantie für diese Mitarbeiter gelte noch bis Ende 2011, eine Stellenstreichung wollte er aber nicht ausschließen.
Quelle: sueddeutsche.de 13.07.2010