Barilla hat keine Lust mehr auf Kamps-Bäckereien

Datum: 11.08.2010
Sechs Jahre war die Bäckereikette Kamps in Händen des italienischen Nudelproduzenten Barilla, doch nun ist Schluss. Das Unternehmen aus Düsseldorf soll Medienberichten zu folge an den Frankfurter Finanzinvestor ECM Equity Capital verkauft werden. Mit den über 900 Filialen des Großbäckers schrieb Barilla nur rote Zahlen. 50 bis 70 Millionen Euro jährlich sollen die Verluste betragen, die mit den zumeist im Franchise-System betriebenen Geschäften gemacht werden.

Sollte nicht bald eine Lösung gefunden werden für Kamps, könnte Barilla selbst in Schwierigkeiten geraten. Ein erster Verkaufsversuch von Kamps war 2008 gescheitert. Der Kaufinteressant ECM plant die Investition eines zweistelligen Millionenbetrags in die Großbäckerei, wie aus Insiderkreisen verlautet wurde. Die Frankfurter haben sich auf Investitionen in mittelständische Firmen spezialisiert.

Die Beteiligungsgesellschaft ECM verwaltet die Fonds German Equity Partners II und III, in denen zusammen 450 Millionen Euro liegen. Unter anderem die Steakhauskette Maredo und der Schweizer Nahrungsmittelhersteller Kadi gehören bereits dem Fonds. Interesse an einem Rückkauf von Kamps soll aber auch Firmengründer Heiner Kamps selbst haben, der zuletzt die Feinkosthersteller Hamker und Homeyer sowie die Restaurantkette Nordsee gekauft hatte. Losgeworden war der die börsennotierte Kamps AG zusammen mit mehreren Brotfabriken für 1,8 Milliarden Euro an Barilla. Einiges davon konnten die Italiener in der Folgezeit abschreiben.
Quelle: welt.de vom 11.08.2010