BASF will Ciba schlucken

Datum: 15.09.2008
BASF bereitet eine Übernahme im ganz großen Stil vor. Ziel ist der Schweizer Konkurrent Ciba. Dafür ist der Ludwigshafener Chemiegigant bereit, insgesamt rund 6,1 Milliarden Schweizer Franken beziehungsweise 3,8 Milliarden Euro auf den Tisch zu legen. Darin enthalten sind Ciba-Schulden in Höhe von 2,2 Milliarden Franken. Pro Aktie bietet BASF 50 Franken. Das Angebot wird vom 1. Oktober an 30 Tage lang gültig sein.

Von Seiten des Ciba-Managements wird das Angebot unterstützt. Sieht man bei den Schweizern doch eine Chance, langfristig aus der Krise zu kommen, die unter anderem den Abbau von 2.500 Stellen bis Ende 2009 zur Folge hat. BASF plant am jetzigen Stammsitz in Basel eine globale Geschäftseinheit anzusiedeln, die mindestens ebenso groß wie jetzt Ciba sein soll. Ciba erreichte 2007 mit 13.000 Mitarbeitern einen Umsatz von etwa 4 Milliarden Euro. Außerdem würde BASF sich durch die Erweiterung des Spezialchemiegeschäfts ein Stück weit unabhängig von der Konjunkturlage machen.

Nach dem Willen der BASF-Spitze soll der Deal bis zum Ende des ersten Quartals 2009 in trockenen Tüchern sein. Zusammen mit der Übernahme des US-Katalysatoren-Herstellers Engelhard vor zwei Jahren für ebenfalls etwa 3,8 Milliarden Euro wäre diese Transaktion die größte in der langen Geschichte der Ludwigshafener, die im letzten Jahr mit 95.000 Beschäftigten circa 57,9 Milliarden Euro umsetzten.
Quelle: Financial Times Deutschland vom 15.9.08