Bertelsmann trennt sich von Empolis

Datum: 17.03.2009
Recht überraschend verkauft der Bertelsmann Konzern seine Softwaretochter Empolis an das Schweizer Datenmanagementunternehmen Attensity Empolis. Dort schwingt der frühere IBM-Manager Ian Bonner das Zepter, der sich auch in Deutschland durch den Verkauf der kalifornischen Softwarefirma Inxight einen Namen gemacht hat. Der Deal gilt rückwirkend zum 1. Januar 2009. Über den finanziellen Rahmen wurde nichts bekanntgegeben.

Bonner befindet sich mitten in einer Einkaufstour um sich einen neuen Konzern für semantische Technologie aufzubauen. Dafür akquirierte er bereits die Karlsruher Softwarefirma Living-e des SAP-Gründers Klaus Tschira, der sich im Gegenzug Vorkaufsrechte für Attensity Empolis sicherte. Von Lycos wurden in den letzten Monaten IT-Spezialisten übernommen. Außerdem plant Bonner offenbar Zukäufe in den USA.

Bertelsmann gab strategische Gründe für den Verkauf des Unternehmens an, dass einen Umsatz von etwa 30 Millionen Euro mit 200 Mitarbeitern in Gütersloh, Kaiserslautern, Würzburg und im polnischen Poznan erzielen konnte. Damit blieb es allerdings hinter den Erwartungen der Bertelsmann-Tochter Arvato zurück. Empolis hat seinen Schwerpunkt auf Software für semantische Analysen und passt damit nicht ins Portfolio. Denn wie ein Sprecher des Gütersloher Medienkonzerns treffend dazu bemerkte: "Wir sind kein Softwarehaus."
Quelle: Handelsblatt vom 15.3.09