Besitzerwechsel beim Aufbau-Verlag

Datum: 17.10.2008
Der insolvente Aufbau-Verlag hat einen neuen Eigentümer gefunden. Es ist der Berliner Kaufmann Matthias Koch. Der ehemals größte DDR-Verlag für Belletristik war durch einen jahrelang schwelenden Rechtsstreit zwischen dem Vorbesitzer Bernd Lunkewitz und der Treuhand in die Insolvenz gerutscht. Auslöser des Streits war der Verkauf des Verlags an den Frankfurter Immobilienhändler durch die Treuhand, die aber nie Eigentümerin des Unternehmens war. Deshalb klagte Lunkewitz auf Schadenersatz in Höhe von 50 Millionen Euro und bekam letztinstanzlich Recht. Weil sich aber das Finanzministerium als Rechtsnachfolger der Treuhand weigerte zu zahlen, richtete er die Forderung gegen den eigenen Verlag, der daraufhin insolvent wurde. Dieser Streit wird auch nach dem Verkauf weitergeführt werden.

Für den Aufbau-Verlag soll es mit etwa 50 der momentan 60 Mitarbeiter weitergehen. Dabei wird nach dem Willen des neuen Chefs die Programmatik, auf einem kritischen und humanistischen Fundament ruhend, bleiben wie bisher. Aktuell besteht das Verlagsprogramm in erster Linie aus DDR-Literatur und zeitgenössischen Werken von Autoren aus den neuen Bundesländern sowie aus Bilderbüchern, Werken lateinamerikanischer Autoren und Kriminalromanen. Nach Einschätzung von Experten braucht ein Neuaufbau allerdings reichlich Zeit und finanzielle Mittel. Die Zukunft des Verlags wird also maßgeblich davon abhängen, ob Koch beides ausreichend zur Verfügung stellt.

Quelle: welt online vom 15.10.08