Bosch setzt weiter auf Solarenergie

Datum: 04.08.2009
Eigentlich ist Bosch als weltgrößter Autozulieferer bekannt. Um sich von der Automobilbranche ein Stück weit weniger abhängig zu machen, wird das Engagement im Bereich Solarenergie kontinuierlich ausgebaut. Nachdem Bosch gerade erst den Solarzellenhersteller Ersol komplett übernommen hatte und dort Investitionen von rund 530 Millionen Euro ankündigte, folgen jetzt zwei weitere Solartechnik-Firmen.

Etwa 117 Millionen Euro ist Bosch die Prenzlauer Aleo Solar wert, die klassische Solarmodule auf Siliziumbasis fertigt. Für 46 Millionen Euro wurden zunächst knapp 40 Prozent der Anteile von der Erikson-Gruppe gekauft. Den anderen Aleo-Aktionären liegt ein Angebot von 9 Euro je Aktie vor. Die Offerte liegt zwar 43 Prozent über dem durchschnittlichen Kurs der letzten drei Monate. Aber nach Bekanntwerden des Angebots schnellten die Aleo-Papiere um mehr als 30 Prozent nach oben. Bosch will mindestens 75 Prozent der Anteile an Aleo übernehmen.

Das brandenburgische Unternehmen kalkuliert dieses Jahr mit einem Umsatz von rund 380 Millionen Euro und beschäftigt in Prenzlau, Oldenburg und Spanien gut 800 Mitarbeiter. Zwar gab es im ersten Quartal Verluste. Im zweiten stieg der Umsatz auf knapp das Dreifache an.

Eng mit dem Aleo-Deal hängt der Kauf von Johanna Solar zusammen. Siebzehn Prozent der Anteile an Johanna gehören Aleo. Weitere 60 Prozent erwirbt Bosch ebenfalls von Erikson. Deshalb würden bei einem erfolgreichen Abschluss des Aleo-Geschäfts auch mehr als 75 Prozent von Johanna bei Bosch liegen. Johanna stellt mit 125 Beschäftigten in Brandenburg an der Havel dünnschichtige siliziumfreie Solarmodule her.

Mit der Akquisition der beiden Firmen würde Bosch den Abstand zu den Branchenführern Schott Solar, Solon und Solarworld deutlich verringern. Außerdem wäre die Wertschöpfungskette bei Bosch im Solarsegment nahezu komplett. Lediglich ein Inverter-Hersteller steht bei Bosch noch auf der Einkaufsliste.
Quelle: welt.de vom 3.8.09