Bremer Lürssen-Werft schielt auf Blohm + Voss

Datum: 16.09.2011
Eine schier endlose Geschichte wird um ein weiteres Kapitel fortgeschrieben. Allerdings fällt die Beurteilung bislang sehr unterschiedlich aus. Aber zu den Fakten: Die Bremer Lürssen-Werft hat ein Kaufangebot für die Hamburger Traditionswerft Blohm + Voss abgegeben.

Nach Berichten des Hamburger Abendblatts wurde das von der Hamburger Politik und im Umfeld der Werften sehr positiv aufgenommen. Der Chef der Bremer Friedrich Lürßen wurde schon zum Thema interviewt und sieht Chancen, durch ein Zusammengehen ein norddeutsches Gegengewicht zu den großen, meist staatlichen Werften im europäischen Marineschiffbau zu schaffen. Zudem könnte man dadurch auf Augenhöhe mit dem deutschen Marktführer Meyer Werft gelangen. Aber das man nicht der einzige Verhandlungspartner für ThyssenKrupp als Besitzer von Blohm + Voss sei, wird eingeräumt. Angeblich werden Gespräche von ThyssenKrupp mit einem Investor, spekuliert wird auf Star Capital Partner, schon seit Wochen geführt.

Deshalb sieht die Financial Times Deutschland auch keine Chancen für Lürssen. Die sprachen von einer harschen Reaktion seitens ThyssenKrupp auf das neue Angebot, das auf Grund fehlender Details zudem lückenhaft sei. Zwar solle das Angebot geprüft werden. Vorsorglich sprach man bei ThyssenKrupp aber von erheblichen Zweifeln daran, dass die Offerte alle Anforderungen an einen Käufer erfülle. Vielleicht auch, weil die Verhandlungen mit einem namentlich nicht genannten Finanzinvestor exklusiv geführt würden.

Das Lürssen-Gebot soll im zweistelligen Millionenbereich liegen. Es sieht Hamburg mit seinen 1.600 Mitarbeitern als Kompetenzzentrum für den Marineschiffbau vor. Der Name Blohm + Voss soll erhalten bleiben. Lürssen beschäftigt rund 1.400 Personen, die sich vor allem im Yachtbau betätigen.
Quelle: abendblatt.de und ftd.de vom 16.9.11