Bruchlandung für Blue Wings

Datum: 12.02.2010
Schon seit Mitte Januar 2010 hoben die Maschinen der deutschen Airline Blue Wings nicht mehr ab, doch nun musste wegen Zahlungsunfähigkeit auch die Insolvenz angemeldet werden. Beim Amtsgericht Düsseldorf wurde dieser Schritt bereits am Mittwoch eingeleitet, wie ein Unternehmenssprecher mitteilte. Grund hierfür sei die Nichteinhaltung von finanziellen Zusicherungen durch einen russischen Teilhaber.

Der heißt Alexander Lebedew und hält knapp 50 Prozent der Anteile an Blue Wings. Schon seit Monaten gibt es Konflikte mit dem Geschäftsmann aus Moskau, der auch über Anteile an Gazprom und der Aeroflot verfügt. Im Frühjahr 2009 hatte es bereits wegen Geldmangel eine erste mehrwöchige Zwangspause bei Blue Wings gegeben. Der russische Milliardär hatte zuletzt drei Millionen Euro Gehälter nachgezahlt und vor kurzem teilte die Airline mit, man wolle sich von Lebedew trennen.

Nachdem nun ein letztes Gespräch zwischen dem Blue-Wings-Gründer und Vorstandschef Jörn Hellwig und dem Investor aus Russland ohne Ergebnis blieb, werden die Blue-Wings-Maschinen - sieben Airbus A 320 – weiterhin am Boden bleiben. Das 2002 gegründete Unternehmen beförderte im Jahr 2009 noch 270.000 Passagiere und hatte einen Umsatz von 60 Millionen Euro. Zuletzt wurden noch 250 Mitarbeiter beschäftigt. Was mit denen passiert, ist noch unklar.
Quelle: handelszeitung.ch vom 11.02.2010