Bundesdruckerei wird wieder staatlich

Datum: 10.09.2008
Privatisiserung ist nicht immer das Allheilmittel für klamme Staatskassen wie jetzt der Rückkauf der Bundesdruckerei zeigt. Als Grund wurden nationale Sicherheitsinteressen angegeben. Wegen gestundeter Forderungen, die sich auf etwa 300 Millionen Euro belaufen und nun in Eigenkapital umgewandelt werden sollen, braucht laut Bundesregierung dafür kein Extrabudget angelegt werden.

Eingeleitet unter dem damaligen Finanzminister Hans Eichel, wurde die staatliche Einrichtung für circa eine Milliarde Euro an den Finanzinvestor Apax veräußert. Innerhalb von zwei Jahren geriet die Druckerei in eine massive finanzielle Schieflage. Apax stieg daraufhin wieder aus. Seitdem befand sich das Unternehmen in den Händen von Treuhändern der Anwaltskanzlei Clifford Chance.

Die in Berlin ansässige Druckerei arbeitet mit ihren rund 1.450 Beschäftigten mittlerweile wieder mit Gewinn und kam 2007 auf einen Umsatz von 292 Millionen Euro. Nachdem Verhandlungen mit anderen Übernahme-Interessenten entweder an zu niedrigen Geboten oder Sicherheitsbedenken scheiterten, setzte sich vor allem das Bundesinnenministerium für einen Rückkauf ein. Dieser ist jetzt zu hundert Prozent vollzogen, obwohl zuletzt eigentlich eine Minderheitsbeteiligung des Bundes favorisiert wurde. So werden unsere Ausweise und Reisepässe zumindest künftig wieder unter staatlicher Hoheit hergestellt.
Quelle: FAZ vom 9.9.08