Böwe Systec meldet Zahlungsunfähigkeit

Datum: 22.05.2010
Schock für die Mitarbeiter: Der Kuvertiermaschinenhersteller Böwe Systec hat am Freitag überraschend beim Amtsgericht in Augsburg Insolvenz angemeldet. Dabei hatte das Unternehmen erst vor wenigen Tagen betont, dass die Pleite des Mutterkonzerns Wanderer Werke AG keine Auswirkungen auf die eigenen Geschäfte habe. Für die Wanderer Werke, die eine Mehrheit von 50,1 Prozent am Aktienkapital von Böwe Systec hält, hatte das Amtsgericht am 17. Mai Insolvenz verordnet.

Dass die Wanderer Werke in Schwierigkeiten geraten waren, weil sie sich bei der Übernahme einer US-Firma verhoben hatten, war bereits bekannt. Doch bei Böwe schien man von dieser Entwicklung unbeeindruckt, denn trotz Schuldenlast waren die Auftragsbücher gefüllt und man schrieb schwarze Zahlen. Die Weigerung der Banken zur Zwischenfinanzierung weiterer Transaktionen bedeutete allerdings das vorläufige Aus.

Die Pfingstfeiertage sind verdorben. Die Stimmung der Belegschaft von 3.600 Mitarbeitern in der gesamten Böwe-Gruppe ist nun auf dem Nullpunkt. Und die Aktie von Böwe Systec brach am Freitag um bis zu 88 Prozent ein. Zwar sollen die 600 Mitarbeiter von Böwe erst einmal normal weiter arbeiten und die Löhne der nächsten drei Monate sind gesichert. Da aber erst Anfang 2009 ein umfassendes Restrukturierungsprogramm eingeleitet und Stellenabbau betrieben wurde, ist die Zukunft ungewiss. Unklar ist auch, ob aus dem Böwe Systec Konzern weitere Gesellschaften zahlungsunfähig werden.
Quelle: Boerse.ARD.de vom 21.05.2010