Chaos bei Leuchtenhersteller Hess

Datum: 14.02.2013
Eine Achterbahnfahrt, die hoffentlich nicht ins Bodenlose f├╝hrt. So kann man die letzten Monate bei der Hess AG und ihrer Tochter, der Hess Lichttechnik GmbH beschreiben. Denn erst vor vier Monaten ging das Unternehmen an die B├Ârse. Doch statt Expansion droht nun das Aus. Und 360 Mitarbeiter bangen um ihre Jobs. Die Aktien sind vom Ausgabekurs von 15,50 Euro auf 90 Cent abgest├╝rzt. Dazu haben nun die Banken auch noch Guthaben und Kreditlinien gesperrt und wollen kein Kapital mehr zur Verf├╝gung stellen.

Die F├Ąden laufen bei den beiden k├╝rzlich geschassten Gesch├Ąftsf├╝hrern Christoph Hess, Enkel des Firmengr├╝nders, und Peter Ziegler zusammen. Denn die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts von Kapitalanlagebetrug durch falsche Angaben im B├Ârsenprospekt. 2011 soll bei Ums├Ątzen von knapp 70 Millionen Euro ein ├ťberschuss von fast 1,3 Millionen Euro erwirtschaftet worden sein. Die Wirtschaftspr├╝fungsgesellschaft dhmp gab daf├╝r ein ungeschr├Ąnktes Testat. Auch Hess wies die Manipulationsvorw├╝rfe weit von sich.

Auf jeden Fall schreckt die aktuelle Lage potenzielle Geldgeber ab. Dar├╝ber hinaus hat die Hess Grundst├╝cksverwaltungs GmbH & Co. KG, in der Christoph Hess ma├čgeblich Verantwortung tr├Ągt, als einer der gr├Â├čten Anteilseigner ihre Zahlungspflichten vernachl├Ąssigt. Deshalb ├╝berrascht die negative Fortf├╝hrungsprognose des jetzigen Alleinvorstands Till Becker nicht.
Quelle: reuters.com vom 13.2.13