Chaos beim Felgenhersteller BBS

Datum: 05.01.2011
Erst letzte Woche sprach Norbert Zumblick in seiner Eigenschaft als Vorsitzender der Geschäftsführung bei BBS von Millionen-Investitionen. Nun wurde letzten Donnerstag völlig überraschend für die Belegschaft Insolvenz angemeldet. Gleichzeitig ist der Name Zumblick auf der Webseite des Unternehmens nicht mehr zu finden.

Ein Schlingerkurs, der spiegelbildlich für die Unternehmensentwicklung der letzten Jahre steht. Im Februar 2007 erste Insolvenz nach einem gescheiterten weltweiten Expansionkurs. Daraufhin erreichte 800 der damals 1.200 Mitarbeiter die Kündigung. 2008 wurde sogar eine Schließung des Stammwerks in Schiltach im Schwarzwald angedacht, kurz darauf aber wieder verworfen.

Nachdem der Belgier Guido Dumarey mit seiner Creacorp das Zepter bei BBS übernahm, ging es zunächst wieder bergauf. Aber bereits im Frühjahr 2010 verloren 150 Beschäftigte ihren Job, bekamen ihn aber im Sommer wieder zurück. Für den zweiten Standort in Herbolzheim wurden seit kurzem Verhandlungen mit dem Schweizer Radhersteller Ronal geführt, der Interesse an einer Übernahme signalisierte und bereits eine entsprechende Absichtserklärung unterzeichnete.

BBS plant, sich aus dem Massengeschäft zurückzuziehen und sich stattdessen voll auf die Fertigung von hochwertigen Rädern und Rädern für den Motorsport zu konzentrieren. Warum die Kombination aus Motorsport und allgemeinem Markt, der immerhin knapp zwei Drittel der Unternehmensumsätze ausmachte, aufgegeben werden soll, wird zumindest von der IG Metall kritisch hinterfragt. Wie es nun für die 436 Mitarbeiter weitergehen soll, scheint derzeit höchst ungewiss.
Quelle: faz.net vom 4.1.11