Chinesen wollen Computerbauer Medion

Datum: 01.06.2011
Die Firma Medion ist den meisten PC-Nutzern ein Begriff als Aldi-Lieferant. Der Elektronikhersteller produziert eine große Bandbreite vom Fernseher bis zum Autoradio. Über Aldi verkauft er in erster Linie Computer, Kameras, Navigationsgeräte und ähnliche Artikel. Nun will der chinesische Konzern Lenovo bei den Essenern einsteigen. Und der Deal scheint schon so gut wie perfekt.

Denn Mediongründer Gerd Brachmann, der über die Aktienmehrheit verfügt, ist sich mit den Chinesen so weit einig, dass er große Teile davon abgibt. Knapp 17,75 Millionen Anteilsscheine sollen für 230 Millionen Euro den Besitzer wechseln. 80 Prozent werden in bar, der Rest mit Lenovo-Aktien gezahlt. Den übrigen Aktionären bietet Lenovo 13 Euro je Aktie. Ein akzeptables Angebot, das 18 Prozent über dem gestrigen Schlusskurs liegt. Allerdings kletterte die Medion-Aktie heute bis zum Mittag um eben diese 18 Prozent.

Die Akquisition durch die Chinesen hätte für beide Seiten Vorteile. Denn Lenovo ist nach der Übernahme der IBM-PC-Sparte bei Geschäftskunden stark, Medion vor allem im Endkundengeschäft. In dem sind aber in Europa nur noch geringe Gewinnmargen die Regel, es sei denn, man kann so billig gute Qualität anbieten wie Lenovo. Allerdings soll die Marke Medion erhalten bleiben. Im letzten Jahr erzielten die Essener mit etwa 1.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 1,5 Milliarden Euro.
Quelle: sueddeutsche.de vom 1.6.11