Cinven übernimmt LKW-Zulieferer

Datum: 11.06.2008
Die Beteiligungsgesellschaft Cinven erwirbt den LKW-Zulieferer Jost. Cinven setzte sich bei der Versteigerung gegen den Finanzinvestor Warburg Pincus durch. Eine Zustimmung der Kartellbehörden steht dabei noch aus. Über die finanziellen Details der Transaktion wurde Stillschweigen bewahrt. Allerdings soll der Preis inklusive Schulden nach Insiderinformationen der Financial Times zwischen 500 und 550 Millionen Euro liegen.

Jost ist in Neu-Isenburg ansässig und produziert Systeme, Module und Komponenten für Nutzfahrzeuge wie Sattel- und Anhängerkupplungen, Stützwinden und Zwangslenkungssysteme. Diese werden international unter den Markennamen Jost, Rockinger, Regensburger und Tridec vertrieben. Jost konnte in den letzten fünf Jahren zweistellige Zuwachsraten verzeichnen und erzielte 2007 einen Umsatz von etwa 445 Millionen Euro. Dafür sorgten gut 2.000 Mitarbeiter an Standorten in 20 Ländern.

Cinven plant strategische Zukäufe für Jost, die deren Produktpalette ergänzen sollen. Vor allem in den Wachstumsmärkten Indien, China, Brasilien und Russland sollen aber auch Investitionen zum organischen Wachstum getätigt werden. Außerdem werde der Ausbau der Kapazitäten bestehender Werke in Europa vorangetrieben. Demzufolge sollen auch in Deutschland keine Stellen abgebaut werden.

Cinven ist nach eigenen Angaben Marktführer im europäischen Buy-out- Geschäft und hat seit seiner Gründung 1977 in mehr große Firmenübernahmen in Europa investiert als jede andere Beteiligungsgesellschaft. Bislang konnten weit über 20 Transaktionen im Wert von je über einer Milliarde Euro erfolgreich abgewickelt werden, wie z.B. bei Springer im Jahr 2003. Das Unternehmen besitzt Büros in Frankfurt, London, Paris und Mailand.

Der Deal mit Jost wird mit Eigenkapitalmitteln aus dem vierten Cinven-Fonds finanziert. Mit einem Volumen von 6,5 Milliarden Euro zählt dieser zu den größten auf europäische Buyouts spezialisierten Fonds. Cinven ließ verlauten, dass ein längerfristiges Engagement geplant sei, dass vermutlich entweder durch einen Börsengang oder durch einen Weiterverkauf nach frühestens vier bis sechs Jahren beendet werden solle.
Quelle: Pressemitteilung von Cinven vom 10.6.2008