Commerzbank: Kapitalspritze gegen Aktien

Datum: 09.01.2009
Die private Commerzbank erhält vom Bund eine Kapitalspritze von 10 Milliarden Euro gegen 25 Prozent plus eine Aktie.

Was in Großbritannien schon gang und gäbe ist, ist in der Politik Deutschlands ein Novum. Und zwar dass eine Privatbank quasi teilverstaatlicht wird. Dieser Schritt war nach Ansicht aller Beteiligten die einzige Lösung, um die bevorstehende Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank finanziell sicherzustellen. Wirtschaftsminister Michael Glos verteidigte die Staatsfinanzspritze mit der Begründung, dass der Bund nun ein Vetorecht bei wichtigen Entscheidungen der Großbank hätte und er sogar Aktiengewinne erwarte. SPD-Chef Franz Müntefering dementierte das Wort Teilverstaatlichung und sprach von einer kurzfristigen Zwischenlösung und dass der Bund sich bald wieder von der Commerzbank lösen werde.

Die Commerzbank ist die zweitgrößte Privatbank Deutschlands. Gegründet wurde das Unternehmen 1870 von hanseatischen Kaufleuten in Hamburg. Im August 2008 wurde bekannt, dass die Commerzbank die Dresdner Bank von der Allianz für 9,8 Milliarden Euro übernehmen will. Im Zuge der Finanzkrise vom Herbst 2008 hat auch die Commerzbank staatliche Rettungsfonds in Anspruch genommen.
Quelle: Deutsche Welle