Commerzbank verkauft zwei ihrer Töchter

Datum: 03.08.2009
Die Commerzbank trennt sich von ihrer Schweizer Privatkundentochter sowie vom Bankhaus Reuschel. Damit kommt sie den Vorgaben der EU-Kommission nach. Um nach der Übernahme der Dresdner Bank Staatshilfen in Höhe von insgesamt 18,2 Milliarden Euro zu erhalten, mussten Verkäufe getätigt werden. Das nutzt die Commerzbank gleich zu einer größeren Umstrukturierung.

Das Münchener Bankhaus Reuschel geht an die Conrad Hinrich Donner Bank aus Hamburg, die zur Signal-Iduna-Gruppe gehört. Neben der Donner Bank hatten sich weitere Konkurrenten aus Deutschland und der Schweiz für Reuschel interessiert. Unter anderem die beiden Privatbanken Hauck & Aufhäuser sowie M.M. Warburg.

Reuschel hat rund 30.000 Kunden und ist nach eigenen Angaben ebenso wie die neue Muttergesellschaft weitgehend unbeschadet durch die Finanzkrise gekommen. Bei der 1798 gegründeten Donner Bank arbeiten etwa 200 Mitarbeiter in der Betreuung von 50.000 Kunden. 2008 konnte ein Gewinn von 3,2 Millionen Euro erzielt werden. Über den Kaufpreis für die Münchener wurde Stillschweigen vereinbart. Hamburg und München sollen die Kernstandorte des Unternehmens bleiben.

Zudem veräußerte die Commerzbank ihre Schweizer Privatkundentochter an den Vermögensverwalter Vontobel. Mit diesem Schritt zieht sich die Commerzbank aus dem Land der Banken zurück. Auch bei diesem Deal wurde vereinbart, nichts über den Kaufpreis verlauten zu lassen. Das Geschäft beinhaltet die beiden Niederlassungen in Zürich und Genf sowie eine Tochter in Wien. Mit 127 Mitarbeitern wurde zum Jahreswechsel ein Vermögen von ungefähr 4,5 Milliarden Schweizer Franken, das entspricht knapp drei Milliarden Euro, verwaltet.
Quelle: manager-magazin.de vom 3.8.09 sowie reuters.com vom 31.7.09