Daimler wird Chrysler komplett los

Datum: 28.04.2009
Da dürften in Stuttgart einige Erleichterungsseufzer zu hören gewesen sein. Daimler hat sich mit den Verhandlungspartnern in den USA über eine Abgabe der letzten 19,9 Prozent der noch an Chrysler gehaltenen Anteile verständigt. Dafür wurde das Quartalsergebnis um 700 Millionen Dollar belastet.

Der US-Finanzinvestor Cerberus übernimmt nun auch die restlichen Aktien des maroden Autobauers aus Michigan. Vor allem aber einigten sich die Stuttgarter mit der US-Pensionsaufsicht PBGC. Zunächst einmal wird die Laufzeit der Pensionsgarantie gegenüber der PBGC auf 2012 gesetzt und von 1 Milliarde Dollar auf 200 Millionen Dollar heruntergeschraubt. Gleichzeitig wird Daimler jetzt und in den nächsten zwei Jahren jeweils 200 Millionen Dollar für Pensionszahlungen an Mitarbeiter von DaimlerChrysler zahlen. Darüber hinaus verzichten die Stuttgarter auf an Chrysler gegebene Darlehen. Diese wurden allerdings bereits im Jahresabschluss 2008 vollständig abgeschrieben.

Im Gegenzug werden von Cerberus geäußerte Vorwurfe in Bezug auf ein möglicherweise inkorrektes Verhalten der Daimler-Spitze zurückgenommen. Cerberus verzichtet zudem auf eventuelle Forderungen, die sich aus dem Verkauf von Chrysler 2007 aus Garantien und Gewährleistungen ergeben könnten. Für Chrysler steht am Donnerstag die Vorstellung eines Sanierungsplans bei der US-Regierung auf dem Programm, der den quasi insolventen Autogiganten retten soll. Hierfür dürfte der Deal mit Daimler durchaus hilfreich sein.

Die heute vorgelegten Zahlen für das erste Quartal 2009 bei Daimler sind noch schlechter ausgefallen als allgemein ohnhin schon erwartet worden war. Bei einem Umsatzrückgang um rund 22 Prozent wurde ein Verlust von etwa 1,3 Milliarden Euro eingefahren. Im Vergleich zum Vorjahr wurden ein Drittel weniger Fahrzeuge verkauft.
Quelle: Spiegel-online vom 28.4.09