Deutsche Bahn kauft Arriva

Datum: 22.04.2010
Dem teuersten Firmenkauf in der Geschichte der Deutschen Bahn steht nichts wesentliches mehr entgegen. Nachdem die Aufsichtsräte grünes Licht gegeben haben, kann der britische Konkurrent Arriva für rund 2,7 Milliarden Euro übernommen werden. Der Kaufpreis setzt sich aus 1,8 Milliarden Euro in bar und der Übernahme bestehender Schulden der Briten zusammen.

Die Deutsche Bahn zahlt pro Aktie 7,75 Pfund und erwartet das Okay der Kartellbehörden sowie einen Vollzug des Deals bis Mitte August. Allerdings sieht es nach Gesprächen mit den EU-Wettbewerbshütern derzeit so aus, als müsse die Deutsche Bahn die Arriva-Besitzungen in der Bundesrepublik, wo etwa 3.400 Personen für Tochterfirmen der Briten arbeiten, weiter veräußern.

Durch den Kauf will die Deutsche Bahn wieder eine führende Rolle im Konzert der großen europäischen Bahnkonzerne spielen. Zu Arriva gehören Bahn- und Buslinien in zwölf europäischen Ländern, wobei der Schwerpunkt natürlich auf Großbritannien liegt. Im letzten Jahr erzielten die Briten bei gut 42.000 Mitarbeitern einen Umsatz von 3,6 Milliarden Euro. Die Deutsche Bahn steht auch ohne den Kauf bereits mit etwa 15 Milliarden Euro in der Kreide, hält aber trotzdem an der langfristigen Option eines Börsenganges fest.
Quelle: Spiegel-online vom 22.4.10