Deutsche Bank übernimmt Sal. Oppenheim

Datum: 29.10.2009
Europas größte Privtbank wird mitsamt seiner Tochterunternehmen für 1,3 Milliarden Euro von der Deutschen Bank gekauft. Der Branchenprimus beendet damit die 220-jährige Geschichte eines der letzten unabhängigen Geldhäuser für Privatkunden.

Sal. Oppenheim sah sich zu diesem Schritt gezwungen, denn das Unternehmen mit Sitz in Luxemburg stand mit dem Rücken zur Wand. Fehlspekulationen an Finanzmärkten und Beteiligungen an Arcandor, die IKB-Insolvenz oder die IVG-Krise führten zur schwersten Krise der Firmengeschichte. Das Bankhaus mit seinen 4.400 Mitarbeitern machte vor einem Jahr zum ersten Mal nach Kriegsende Verluste. Die Deutsche Bank musste bereits im August mit 300 Millionen Euro aushelfen. Einen weiteren Kapitalbedarf konnten die Gesellschafter nun nicht mehr aufbringen.

Die Deutsche Bank möchte mit der Übernahme des Geschäfts mit reichen Privatkunden zum Marktführer im lukrativen Markt der privaten Vermögensverwaltung aufsteigen. Um aber die anspruchsvollen Kunden von Sal. Oppenheim nicht abzuschrecken, sollen die Geschäfte unter der alten Marke weitergeführt werden.

Sal. Oppeneheim verwaltete zuletzt Kundengelder in der Höhe von 135 Milliarden Euro. Die rund 40 Familiengesellschafter des Traditionshauses dürfen sich zu 20 Prozent weiter an der Vermögensverwaltung beteiligen. Das Wertpapiergeschäft der zur Holding gehörenden BHF-Bank soll weiter verkauft werden. Der Abschluss der Übernahme wird 2010 erwartet.
Quelle: Handelsblatt.com vom 29.10.2009