Dresden will Stadtwerke zurückkaufen

Datum: 12.10.2009
Auch die Stadt Dresden tut das, was inzwischen bei vielen Kommunen und Städten zum Trend geworden ist. Statt ihr Tafelsilber immer weiter zu verkaufen, holen sie sich bereits abgegebenes zurück. Im Falle der Elbmetropole handelt es sich um die Dresdener Stadtwerke Drewag, die vollständig in den Schoß der öffentlichen Hand zurückkehren werden.

Bislang gehören 35 Prozent an der Drewag der Geso und 10 Prozent der Thüga. Nun wurden die seit zwölf Jahren bestehenden Verträge fristgerecht gekündigt. Damit werden die Stadtwerke ab 2013 wieder vollständig in den Besitz der sächsischen Landeshauptstadt gelangen. Die hatte vor zwölf Jahren 45 Prozent abgegeben und dafür 82 Millionen Euro bekommen. Alleine durch Gewinnausschüttungen gingen aber in diesem Zeitraum rund 200 Millionen Euro an die beiden Minderheitsgesellschafter.

Die verlangen für den Verkauf dem Vernehmen nach eine dreistellige Millionensumme. Hinter beiden standen bis vor kurzem zwei der vier großen Stromanbieter in Deutschland. Die Geso ist eine hundertprozentige Tochter von EnBW während die Thüga bis zum Sommer 2009 zu E.ON gehörte, dann aber von einer Stadtwerke-Gruppe übernommen wurde.

Und auch die Geso wird aller Voraussicht nach demnächst von EnBW veräußert werden. Als Abnehmer steht die Stadt Dresden im Verbund mit 163 weiteren Kommunen aus dem östlichen Sachsen bereit. Grund für diese Verkäufe sind Auflagen des Bundeskartellamts, die den vier Stromriesen große Auflagen gerade im Bereich der Stadtwerkebeteiligungen machen.
Quelle: MDR-online vom 10.10.09