Dresdner Bank verkauft Tochter an LGT

Datum: 27.07.2009
Die Dresdner Bank trennt sich von ihrer Schweizer Tochter. Damit verkauft die Konzernmutter, die Commerzbank, weitere Beteiligungen um sich in Deutschland verstärkt um ihr Kerngeschäft der Mittelstandsfinanzierung und den Privatkunden zu kümmern.

Künftig wird die Liechtensteiner Fürstenbank LGT den Schweizer Arm der Dresdner Bank übernehmen und damit ihre Vermögensbasis in der Schweiz verdoppeln. Ende 2008 verwaltete die Dresdner Bank dort Kundenvermögen in Höhe von 9,4 Milliarden Franken. Die LGT wird dann auf insgesamt fast 20 Milliarden Franken kommen. Zum Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Grünes Licht von der Finanzmarktaufsicht wird im vierten Quartal erwartet.

Die LGT arbeitet wie auch die Commerzbank an einer Neuausrichtung. Allerdings aus anderen Gründen. Sie war wegen ihrer Praktiken in Bezug auf einige ihrer reichen Kunden in die Schlagzeilen geraten, die vielfach Steuerumgehungsmöglichkeiten nutzten, in dem sie in Liechtenstein bei der LGT ihr Geld vor dem deutschen Fiskus versteckten. Nach der Entgleisung des Liechtensteiner Fürsten Hans-Adam II., der die Bundesrepublik in die Nähe eines Vierten Reichs rückte, wurden bei der LGT nun OECD-Standards übernommen. Statt Konfrontation ist jetzt ein kooperativer Kurs eingeschlagen worden, in dessen Rahmen sogar ein Steuerabkommen mit Deutschland vereinbart wurde.
Quelle: nzz.ch vom 27.7.09