E.On-Tochter Thüga geht an Stadtwerke-Gruppe

Datum: 13.08.2009
Bewegung in der deutschen Energiewirtschaft. Einer der vier Branchenriesen, E.ON, verkauft seine Tochtergesellschaft Thüga an eine kommunal geführte Gruppe um die drei Stadtwerke Frankfurt, Hannover und Nürnberg sowie den Versorger Badenova mit Sitz in Freiburg.

Zur Thüga gehören rund 19.000 Mitarbeiter, die sich um die Versorgung von etwa 3,5 Millionen Kunden mit Strom, fast drei Millionen mit Gas und ungefähr einer Million mit Trinkwasser kümmern. Im letzten Jahr erzielte sie einen Umsatz von 16,4 Milliarden Euro. Ausgenommen vom Verkauf sind fünf Beteiligungen, die E.ON in naher Zukunft einzeln veräußern will, wie die Stadtwerke aus Karlsruhe und Duisburg sowie die Berliner Gasag.

Die drei Stadtwerke aus Frankfurt, Hannover und Nürnberg zahlen jeweils 467 Millionen Euro für je 20,75 Prozent der Anteile. Die übrigen 37,75 Prozent gehen an insgesamt 46 kommunale Versorger, die sich um die Freiburger Badenova zusammengefunden haben und den Abschluss dieser Transaktion seit Monaten forcierten.

Mit dem Deal, der E.ON 2,9 Milliarden Euro einbringt, erwächst den Big Four der Energiebranche - RWE, EnBW, Vattenfall und E.ON - starke Konkurrenz. Das neue Unternehmen wird in der Strom- und Wasserversorgung Platz fünf in Deutschland einnehmen.

Dennoch ist das Geschäft für E.ON in doppelter Hinsicht reizvoll. Zum einen wird die hohe Schuldenlast von rund 47 Milliarden Euro damit etwas gedrückt. Zum anderen kommt man den zuständigen Wettbewerbsbehörden entgegen, die deutlich gemacht haben, dass sie weitere Beteiligungen von E.ON an Stadtwerken nicht akzeptieren werden. Und deshalb einen Verkauf sicherlich begrüßen.
Quelle: Reuters Deutschland vom 12.8.09