Edeka-Tengelmann Übernahme - die falsche Argumentation

Datum: 02.09.2015
Edeka möchte Tengelmann übernehmen. Das Bundeskartellamt hat nein gesagt. Wir haben für den Standort Berlin in der Sendung ZDF Zoom aufgezeigt, dass es dann zu einer extremen Marktkonzentration kommt wie sich das auch in unseren beiden Grafiken zeigt.

Nun argumentiert der Chef von Tengelmann Karl-Erivan Haub, dass wenn es zur Zerschlagung kommt 8.000 Mitarbeiter ihren Job verlieren. 8.000 von 11.000. Außerdem entstehe ein enormer wirtschaftlicher Schaden bei Tengelmann und beim Steuerzahler.

Das sind Aussagen die absolut nicht nachvollziehbar sind. Ein wirtschaftlicher Schaden ist das unternehmerische Risiko. Das tragen alle Unternehmen. Aber wo der Schaden beim Steuerzahler sein soll ist schleierhaft. Denn offensichtlich macht ja Tengelmann kaum Gewinn und kaum Gewinn heißt wiederum auch kaum Steuern.

Der allergrößte Blödsinn ist aber das 8.000 Mitarbeiter ihren Job verlieren. Der Umsatz im Lebensmitteleinzelhandel in Berlin wird ja durch die Zerschlagung nicht weniger. Kein Berliner wird weniger Wurst und Fleisch essen nur weil es Kaisers nicht mehr gibt.

Denn durch eine Zerschlagung werden ja nicht alle Standorte geschlossen. Vielleicht wird es leichte Konsolidierungen geben und der eine oder andere Standort wird geschlossen. Es steht sogar zu vermuten dass durch eine Teilübernahmen von Tegut, Rewe oder Kaufland mehr Standorte erhalten bleiben als bei einer Übernahme durch Edeka. Letztlich geht es beim dem Deal nur um die Standorte. Und ein Standort ohne Mitarbeiter funktioniert nicht.
Quelle: Focus