Ende einer Abwehrschlacht. Schaeffler rückt bei Conti ein

Datum: 22.08.2008
Conti und Schaeffler haben ihr mit ungleichen Waffen geführtes Duell beendet. Sieger nach Punkten ist Schaeffler. Allerdings hat Manfred Wennemer, zum 31. August scheidender Conti-Vorstandschef, dem fränkischen Konzern eine Reihe von Zugeständnissen abgerungen. So wurde am Ende aus einer teilweise hart geführten Auseinandersetzung ein sachliches Miteinander, das in einer von beiden Seiten unterzeichneten Vereinbarung mündete.

Das Angebot pro Aktie wird von 70,12 auf 75 Euro erhöht. Darüber hinaus leistet Schaeffler für eventuell durch den Deal entstehende Kosten bis zu einer Höhe von 522 Millionen Euro einen finanziellen Ausgleich. Auch eine befürchtete Zerschlagung des Hannoveraner Unternehmens ist vom Tisch. Gegen den Willen der Conti-Spitze darf es weder Veränderungen in der Börsennotierung und der Unternehmensform noch in einzelnen Geschäftsbereichen geben.

Zu einem bereits gehaltenen Aktienanteil von acht Prozent, hat Schaeffler Zugriff auf weitere 28 Prozent, was ihnen de facto die Kontrolle bei Conti sichert. Damit hatte Schaeffler das gewichtigste Verhandlungsargument auf seiner Seite. Dieser Anteil darf laut Vereinbarung innerhalb der nächsten vier Jahre nicht über 49,99 Prozent hinausgehen. Das hatte Schaeffler nach eigenen Angaben jedoch auch gar nicht angestrebt. Die Vereinbarung ist unbefristet gültig und darf frühestens 2014 gekündigt werden.
Quelle: Der Tagesspiegel vom 21.8.08