Epcos und TDK wollen gemeinsame Wege gehen

Datum: 01.08.2008
Eine der größten Übernahmen der letzten Jahre bahnt sich in der Elektronikbranche an. Der japanische Konzern TDK hat den Epcos-Aktionären ein Angebot von 17,85 Euro pro Anteilsschein vorgelegt. Damit wurde Epcos mit rund 1,2 Milliarden Euro bewertet. Zudem würde die Übernahme auch Verbindlichkeiten von etwa 200 Millionen Euro beinhalten. Bis Oktober gilt das Angebot, das nach Angaben der Japaner um gut fünfzig Prozent über dem durchschnittlichen Schlusskurs der letzten drei Monate von Epcos liegt.

TDK plant, Epcos mit seiner eigenen Elektronikkomponentensparte zusammenzuführen. Von Seiten des Epcos-Managements wird die voraussichtliche Übernahme offen begrüßt. Der Vorteil liegt nach deren Aussagen nicht so sehr in möglichen Synergieeffekten, sondern darin, dass sich die Produkte hervorragend ergänzen würden. Denn TDK fertigt in erster Linie in den Bereichen Consumer-Elektronik und IT, während Epcos seinen Schwerpunkt in der Industrieelektronik und im Automobilbau hat.

Auch an der Börse wurde das Geschäft positiv aufgenommen. Der Kurs kletterte um 29 Prozent und lag damit soagr knapp über dem TDK-Angebot. Im Falle eines Zusammengehens würde der letzte große europäische Produzent von Kondensatoren, Stromwandlern und anderen elektronischen Teilen asiatische Besitzer bekommen. Im Falle einer solchen Entwicklung ist von beiden Seiten angedacht, von den fünf neuen Vorstandsposten zwei von Epcos besetzen zu lassen.

Epcos stellt derzeit mehr als 40.000 verschiedene Produkte her und beschäftigt dafür rund 18.300 Mitarbeiter an gut 20 Entwicklungs- und Fertigungsstandorten. Im abgelaufenen Jahr konnte ein Umsatz von circa 1,44 Milliarden verzeichnet werden. Dieser stagnierte im ersten Quartal 2008 zwar. Allerdings konnte der operative Gewinn um 8,5 Prozent auf 28 Millionen Euro gesteigert werden.
Quelle: Der Tagesspiegel vom 1.8.08