Eurohypo trennt sich vom Fondsgeschäft

Datum: 29.05.2008
Die Eurohypo veräußert ihre Vermögensverwaltung an die ehemaligen Leiter ihrer Investment-Banking Sparte. Paul Rivlin und Neil Lawson-May wollen das Geschäft zukünftig deutlich ausbauen und unter dem Namen Palatium führen. Über die finanziellen Details der Transaktion machten beide Seiten keine Angaben.

Die Commerzbank-Tochter Eurohypo ist in Deutschland führend bei gewerblichen Immobilienfinanzierungen. Ausgelöst durch die Kreditkrise gab es allerdings im ersten Quartal 2008 einen geradezu erdrutschartigen Einbruch durch den sich das Vorsteuerergebnis von 260 auf 80 Millionen Euro verringerte.

Aber gerade in der Kreditkrise, durch die die Immobilienmärkte in Europa unter Druck geraten sind, sehen Rivlin und Lawson-May auch eine Chance. In den nächsten Monaten wollen sie die Fondspalette erweitern. Dabei ist unter anderem ein Fonds, der in Mezzanine-Immobilienfinanzierungen investieren soll, angedacht. In dieser Art von Fonds mit einer Mischung aus Eigen- und Fremdkapital sehen die beiden Manager ihren zukünftigen Schwerpunkt. Von der Eurohypo haben sie die Betreuung von zwei Fonds mit einem zusammengenommenen Volumen von etwa 750 Millionen Euro übernommen.

Zudem sehen Rivlin und Lawson-May gute Investitionsmöglichkeiten in Russland. Dort wollen sie gemeinsam mit einem einheimischen Partner in den russischen Immobilienmarkt einsteigen. Ihrer Einschätzung nach sei dieser Markt stark genug, um von einem Abschwung der anderen europäischen Märkte nicht negativ beeinflusst zu werden.
Quelle: Handelsblatt vom 27.5.08