Evonik stößt Energiesparte Steag ab

Datum: 16.12.2010
Die Evonik trennt sich von ihrer Energietochter Steag. Käufer wird das Stadtwerke-Konsortium Rhein-Ruhr, zu dem die Stadtwerke Bochum, Dinslaken, Dortmund, Duisburg, Essen und Oberhausen gehören. Die haben sich gegen die tschechische Konkurrenz von EPH durchgesetzt. Für zunächst 51 Prozent sollen die Stadtwerke 649 Millionen Euro an die Essener Evonik, die frühere Degussa, zahlen.

Allerdings gibt es bei dem Deal noch einige Unwägbarkeiten und Risiken für die Stadtwerke. Denn erstens scheint immer noch nicht geklärt, ob alle Stadträte dem Geschäft zustimmen. Die derzeit rot-grün regierten Bochumer wollen die Kernenergie-Sparte der Steag nicht übernehmen. Sie ist unter anderem mit 45 Prozent am Zwischenlager in Ahaus beteiligt.

Zweitens bleiben ja zunächst noch 49 Prozent der Steag-Anteile bei Evonik. Ob die Stadtwerke, die eine Kaufoption bis Mitte 2011 haben, überhaupt in der Lage sind, auch das Geld für eine Übernahme der restlichen Anteile aufzubringen, wird bezweifelt. Denn sie verschulden sich jetzt schon stark. 70 Prozent des jetzigen Deals sind fremdfinanziert.

Und das Angebot der EPH lag nur 4 Millionen unter dem der Stadtwerke. Aber die EPH wäre auf jeden Fall in der Lage, einen Gesamtkauf zu stemmen. Evonik hat sich aber für das Stadtwerke-Konsortium Rhein-Ruhr entschieden. Heute jedoch tagt der Aufsichtsrat, der das Geschäft absegnen muss, und in dem die Meinungen dazu durchaus kontrovers zu sein scheinen.
Quelle: rp-online.de vom 14.12.10 und vom 16.12.10