Extra geht an Rewe

Datum: 17.01.2008
Darüber spekuliert wurde schon seit längerem. Nun steht es fest: Die Rewe kauft die Extra-Märkte von der Metro.

Verkauft werden 245 Märkte mit einem Umsatzvolumen von 1,6 Millarden Euro. Durch den Verkauf reduziert sich die Nettoverschuldung um rund 350 Millionen Euro. Vom Verkauf betroffen sind rund 9.700 Mitarbeiter. Die Transaktion steht unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Kartellamts.

Der Verkauf ist für die Metro nur logisch, denn die Extra-Märkte passen nicht ins Konzept. Extra, comet und Bolle sind Nahversorger in besten Lagen, klassische Supermärkte. Aber eben keine Verbrauchermärkte. Logistisch anders zu handhaben als ein großer Verbrauchermarkt. Die Rewe kann diese Märkte über ihre bestehen Läger ganz locker über ihre bestehenden Läger beliefern.

Stellt sich die Frage: Was wird nun aus Real? Will die Metro daran festhalten? Oder wird sie sich auf Ihre Wurzeln konzentrieren: Cash & Carry.

Ein Blick in den Geschäfsbericht verschafft Klarheit. Real trägt nur mit 10,6 Prozent zum Konzernergebnis bei, bindet aber über ein Drittel des Geschäftsvermögens. Real hat eine Umsatzrendite von 1,9 Prozent. Die Vertriebsschiene Metro Cash & Carry kommt hingegen auf 3 Prozent.

Ziel der Metro ist es den Unternehmenswert nachhaltig zu Steigern. Dafür nutzt die Metro die EVA-Formel. Danach ist der Wert bei Kaufhof und Real negativ. Sofern sich der Wert nicht umkehren lässt müsste die Metro nach ihrer eigenen Definition die beiden Vertriebsschienen verkaufen. Warten wir es mal ab!

NACHTRAG:
Rewe hat für Extra einen ziemlichen hohen Preis bezahlt: Eine halbe Million Euro. Das sind pro Supermarkt über 2 Millionen Euro. Da Extra im vergangen Jahr Verluste eingefahren hat liegt der Wert der Märkt allein in den Standorten begründet.
Quelle: Geschäftsbericht Metro, Pressemeldung