Fahrzeugbau Dessau wandert von Russland nach Rumänien

Datum: 08.12.2008
Der insolvente Edelwaggonbauer Fahrzeugtechnik Dessau FTD kann aufatmen. Der rettende Engel kommt aus Rumänien und heißt CTF. Die Eisenbahngesellschaft aus Bukarest soll einen einstelligen höheren Millionenbetrag für die deutsche High-Tech-Waggonbaufirma hingeblättert haben. Und weitere 10 bis 15 Millionen liegen zur Investition bereit: Jetzt sollen Reisezüge unter rumänischer Regie hergestellt werden. Alle Großkunden wie Siemens, Bombardier, Alstom und die Deutsche Bahn werden aber weiter beliefert werden.

Fahrzeugtechnik Dessau baut Subsysteme für den Schienenfahrzeugbau und komplette Fahrzeuge. Bei Subsystemen hat sich das Unternehmen auf Wagenkästen, Fahrzeugköpfe und Antriebssysteme spezialisiert. Darüber hinaus bauen die 150 Mitarbeiter von FTD auch komplette Niederflur-Regionalzüge und Spezialfahrzeuge. FTD ist 1995 auf dem Gelände der stillgelegten DWA-Tochter, der Waggonbau Dessau GmbH gegründet worden. Schon vor zwei Jahren ging es dem Unternehmen schlecht, weshalb es 2006 von der russischen Transmashholding übernommen wurde. Doch die Russen verspielten ihre Chance und FTD rutschte im März 2008 in die Insolvenz.

Der neue Investor ist die rumänische Compania de Transport Feroviar Bucuresti, kurz CTF. Er ist kein Unbekannter in der Branche. Seit zwanzig Jahren baut CTF Güterwaggons und ist in Rumänien erster privater Anbieter für Dienstleistungen auf der Schiene. Für das Unternehmen arbeiten 2000 Leute. CTF hat sogar einen prominenten Teilhaber mit an Bord: den ehemaligen Tennisstar Ilie Nastase.
Quelle: Mitteldeutsche Zeitung