Feindliche Übernahme der VNG unsicher

Datum: 21.05.2008
VNG will sich nicht ohne Widerstand vom niedersächsischen Versorger EWE schlucken lassen. Wie der Vorsitzende des sächsischen Gasimporteurs aus Leipzig Klaus Ewald Holst ankündigte, wolle man eine feindliche Übernahme mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln bekämpfen.

Dabei hofft er auf Hilfe aus der Politik. Denn für die Fusion von E.on mit dem damaligen VNG-Großaktionär Ruhrgas wurde nur unter Auflagen die Genehmigung durch eine Ministererlaubnis erteilt. Diese besagten, dass ein strategischer Investor die Minderheitsbeteiligung von Ruhrgas an der VNG übernehmen und dann in Zusammenarbeit mit dem Unternehmen einen unabhängigen Gasversorger entwickeln sollte. Holst zufolge ist das bislang nicht geschehen. Das weist EWE allerdings mit der Begründung, dass dafür bisher auch nicht die Voraussetzungen geschaffen worden seien, zurück. Zudem sei diese Gründung kein Bestandteil der Genehmigung gewesen.

Auslöser des Streits ist, dass EWE bereits ohne Zustimmung der VNG mit den Stadtwerken Jena über einen Ankauf von Anteilen am Leipziger Konzern verhandelt hat und beide Seiten sich über den Wechsel von gut einem Prozent der Anteile einig sind. Zusammen mit den rund 48 Prozent, die EWE bereits besitzt, könnte damit die Sperrminorität der ostdeutschen Kommunen aufgehoben werden.

VNG ist der drittgrößte Importeur von russischem Gas nach Deutschland und gleichzeitig der zweitgrößte ostdeutsche Energiekonzern. Im abgelaufenen Geschäftsjahr erreichte das Unternehmen bei leicht rückläufigen Zahlen einen Umsatz von 4,2 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Steuern betrug 230 Millionen Euro.
Quelle: welt online vom 21.5.08