Fährt Märklin bald Porsche?

Datum: 09.02.2009
Einer der traditionsreichsten deutschen Modellbahnhersteller sieht einen Silberstreif am seit letzter Woche so dunklen Horizont. Rettung für das in die Insolvenz gerutschte schwäbische Unternehmen Märklin könnte ausgerechnet von einem Autobauer nahen. Die Porsche AG trägt sich angeblich mit Übernahmegedanken, die durch die Modellbahnbegeisterung des Vorstandschef Wiedeking zusätzliche Nahrung erhalten.

Märklin beschäftigt derzeit rund 650 Mitarbeiter in Göppingen und Nürnberg und konnte einen Jahresumsatz von 128 Millionen Euro erreichen. Für die finanzielle Schieflage macht der Insolvenzverwalter Michael Pluta extrem hohe Beraterhonorare der letzten Jahre verantwortlich, die zum Teil jährlich zweistellige Millionenbeträge verschlungen haben sollen. Märklin war 2006 von den Familiengesellschaftern an den britischen Investor Kingsbridge verkauft worden.

Allerdings ist auch die Unternehmensstrategie bei Märklin nicht unumstritten. Kritiker sehen eine zu starke Konzentration auf relativ teure Modelle, die für Kinder und Jugendliche kaum erschwinglich seien. Dadurch werde die Zielgruppe auf ältere Männer verengt, die ihren Jugendträumen nachgehen. Mit billigeren Varianten und Serien sollte dem in jüngerer Zeit entgegengewirkt werden. Ein Kurs, der einem Unternehmen wie Porsche natürlich nicht sonderlich vertraut erscheinen dürfte.


Quelle: Der Mobilitätsmanager vom 8.2.09