Fiat offenbar zu Einstieg bei Opel bereit

Datum: 23.04.2009
Gut informierte Kreise wollen von Gesprächen zwischen Fiat-Chef Sergio Marchionne und General Motors-Boss Fritz Henderson wissen. Inhalt: Ein Einstieg der Italiener bei der GM-Tochter Opel. Denen das gut ins Konzept passen dürfte, da sie seit Monaten eine Abnabelung vom kriselnden US-Mutterkonzern anstreben.

Angeblich sollen sogar Gespräche mit den jeweiligen Regierungen kurz bevor stehen. Sollte Fiat tatsächlich mit Opel in einen Wagen steigen, dann wollen die Turiner auch gleich das Steuer - sprich eine Mehrheit der Anteile - übernehmen. Stand diese Option für Marchionne ursprünglich nur als Plan B im Falle eines Scheitern der momentan stockenden Verhandlungen über eine Minderheitsbeteiligung an Chrysler im Raum, könnten nun auch beide Deals durchgezogen werden. Denn Opel böte eine weitere Chance zur Erzielung von Mengenvorteilen.

Fiat und Opel. Das könnte auch insofern passen, als dass beide Konzerne erheblich vom jeweils anderen profitieren würden. Die Italiener erhielten Zugang zu den Rüsselsheimer Entwicklungskapazitäten im Bereich der Kompakt- und Mittelklasse, in der Opel mit dem Astra und dem Insignia vertreten ist. Umgekehrt könnte Opel bei Kleinwagen und kleinen Motoren von Fiats know-how profitieren. Durch frühere Kooperationen könnten Produktionssynergien zudem in einem relativ kurzen Zeitraum zum Tragen kommen.

Zwei weitere mögliche große Kandidaten für den Erwerb von Opel-Anteilen dementierten ein Interesse. Das Emirat Abu-Dhabi, gerade erst bei Daimler an Bord gegangen, lassen die Autos mit dem Blitz anscheinend genauso kalt wie den Finanzinvestor Cerberus, der an seinem Chrysler-Paket noch genug zu knabbern hat.
Quelle: Spiegel-online vom 22.4.09