Fiat steigt bei Chrysler ein

Datum: 21.01.2009
Mutige Manager bei Fiat. Der italienische Autobauer versucht sich an einer Aufgabe, die schon für Daimler eine Nummer zu groß war: dem Einstieg beim US-Konzern Chrysler. Und das in einer weltweiten Krisensituation, die Chrysler mit Wucht getroffen und ganz schwer angeschlagen hat. So ist auch das Echo in der internationalen Presse durch skeptische Töne geprägt.

Fiat übernimmt 35 Prozent des schwankenden Autoriesen aus Michigan. Und das verlockende für die Italiener ist, dass sie dafür nichts bezahlen müssen. Darauf einigten sich die beiden Konzerne zusammen mit dem Finanzinvestor Cerberus, der bislang gut 80 Prozent der Chrysler-Aktien hält. Bei Chrysler verspricht man sich von dem Deal einen schnellen Zugang zu kleineren und spritsparenden Modellen, deren Entwicklung bei den Amerikanern sträflich vernächlässigt wurde. Fiat wiederum erhält einen breiten Zugang zum US-Automarkt.

Allerdings muss die Negativspirale bei Chrysler schnellstens gestoppt werden, wenn nicht beide Autobauer in den Abgrund stürzen wollen, an dessen Rand Chrysler seit einiger Zeit tanzt. Trotz der gerade von der US-Regierung gesetzten Finanzspritze von mehr als 4 Milliarden Euro, scheint das Ausbluten schwer zu stoppen zu sein. Alleine im letzten Monat brachen die Absätze nochmals um 50 Prozent ein. Aber vielleicht haben sie in Turin einen sehr guten Plan um aus roten Zahlen schwarze zu machen. Brauchen werden sie ihn.
Quelle: Financial Times Deutschland vom 20.1.09