Finanzinvestor rettet ISE

Datum: 02.06.2008
Nun ist es endgültig: Über seine Tochtergesellschaft ISE Automotive GmbH hat Nordwind Capital die beiden Automobilzulieferer Automotive ISE Innomotive und ISE Industries zum 1. Juni 2008 übernommen. Bis zuletzt wurde hart um die Modalitäten gerungen. So hart, dass der bereits Ende März geschlossene Kaufvertrag zwischenzeitlich nah am Scheitern war.

Alle Vertragspartner haben über die Details der gesamten Transaktion Stillschweigen vereinbart. Künftig sollen beide Firmen in die ISE Automotive integriert und als eine Gesellschaft weitergeführt werden. Von den derzeit knapp 2.400 Beschäftigten an den deutschen Standorten in Witten, Bergneustadt und Duisburg werden etwa 2.050 übernommen. Knackpunkt der Verhandlungen war das Schicksal der nicht übernommenen Personen, von denen lange Zeit nicht alle das Modell einer Beschäftigungs- und Qualifizierungsgesellschaft mittragen wollten. In dieser sollen die Betroffenen Weiterbildung und Unterstützung bei der Suche nach neuen Arbeitsplätzen erhalten.

Zum Kaufvertrag gehören auch die nicht von der Insolvenz betroffenen Auslandsbeteiligungen der beiden seit Anfang 2007 insolventen ISE-Firmen in Ungarn, Südafrika, in der Türkei, China, Polen und in den USA sowie eine Beteiligung in Sachsen. Insgesamt sind dort 1.640 Menschen beschäftigt.

Die neu entstehende ISE-Gruppe wird zukünftig etwa 3.700 Mitarbeiter beschäftigen und hauptsächlich Karosserie- und Fahrwerkskomponenten, Überrollschutzsysteme, Scharniere, Verdeckverschlüsse und Getriebeteile für die Automobilindustrie fertigen. Nordwind plant zunächst eine Sanierung der Unternehmensgruppe durch eine deutliche Produktivitätssteigerung, die über eine Optimierung von Prozessabläufen erreicht werden soll. Die Umsätze von ISE Innomotive lagen 2007 bei circa 331 Millionen Euro. Die von ISE Industries 2006 bei gut 117 Millionen Euro.

Nordwind Capital ist eine in München ansässige Private-Equity-Gesellschaft, deren Fokus auf Investitionen in Unternehmen des deutschsprachigen Raums mit operativem Wertsteigerungspotenzial liegt. In erster Linie sind das mittelständische Unternehmen mit einem Jahresumsatz zwischen 100 und 200 Millionen Euro.

Quelle: Pressemitteilung der beteiligten Parteien vom 1.6.08