Freenet verkauft DSL-Sparte an United Internet

Datum: 27.05.2009
United Internet sorgt für Wirbel auf dem deutschen Breitbandmarkt und schwingt sich zur Nummer zwei der Anbieter auf. Verantwortlich dafür ist das Geschäft mit Freenet, von denen für 123 Millionen Euro die DSL-Sparte übernommen wird. Allerdings muss das Kartellamt seine Zustimmung noch abgeben.

Darüber hinaus wird Freenet in seinen bundesweit etwa tausend Läden die Breitbandzugänge der United Internet-Tochtergesellschaft 1&1, über die der gesamte Deal abgeschlossen wurde, bis mindestens 2014 vertreiben. Damit soll etwa eine halbe Million neuer Nutzer gewonnen werden.

Zudem geht man bei 1&1 davon aus, dass zum Jahresende etwa 700.000 DSL-Kunden von Freenet übernommen werden können. Falls diese hohe Zahl nicht erreicht werden sollte, hat United Internet sich abgesichert. Denn der Kaufpreis, von dem 70 Millionen in bar und der Rest in eigenen Aktien gezahlt werden soll, kann nach unten korrigiert werden, sollten weniger Kunden den Wechsel mitmachen.

Überhaupt scheint das Geschäft für United Internet sehr lohnend zu sein. Zahlen sie doch nicht einmal mehr 200 Euro je Kunde, während Hansenet vor drei Jahren bei AOL noch mehr als das Doppelte auf den Tisch legen musste. Zudem hat das Freenet-Management jetzt eine Strategie umgesetzt, der sie vor zwei Jahren noch eine Absage erteilt hatte: die Aufspaltung des Mobilfunk- und des Breitbandgeschäfts. Und das noch für weniger Geld. Sieht so aus, als hätte da jemand den richtigen Zeitpunkt verpasst.
Quelle: welt online vom 26.5.09