Fujitsu übernimmt FSC von Siemens

Datum: 03.11.2008
Nun scheint beschlossene Sache zu sein, was sich bereits über Monate ankündigte: Fujitsu Siemens Computers (FSC), das Joint Venture von Siemens und Fujitsu, wird künftig komplett den Japanern gehören, die das operative Geschäft sowieso schon geführt haben. Dafür verkauft Siemens seine Anteile von fünfzig Prozent dem Vernehmen nach für eine Summe zwischen 350 bis 500 Millionen Euro.

FSC ist der letzte große Computerhersteller, der noch in Deutschland produziert. Der Ausstieg von Siemens liegt auch darin begründet, dass die Umsatz- und Renditezahlen nicht so ausgefallen sind, wie man sich das bei Siemens erhofft hatte. Im letzten Jahr sank der Umsatz um 5 Prozent auf rund 6,6 Milliarden Euro bei einem Gewinn von 105 Millionen Euro. Das liegt auch an dem vertraglich geregelten Umstand, dass FSC seit der Gründung 1999 nur in Europa, im Nahen Osten und in Afrika verkaufen darf, da der Rest der Welt von Fujitsu bedient wird.

Klar ist, das es weitreichende Umstrukturierungen bei FSC geben wird. Vermutlich wird das Geschäft mit Privatkunden abgestoßen. Was aus den vier deutschen Produktionsstätten mit insgesamt 6.200 Beschäftigten werden soll, ist noch nicht geklärt. Es gibt allerdings eine Zusage, zumindest bis 2010 keine Entlassungen vorzunehmen.

Auch bei Siemens dauern die Umbaumaßnahmen an. Der Konzern will sich noch stärker auf seine Anfang des Jahres neu gebildeten Segmente Medizintechnik, Industrie und Energie fokussieren, nachdem im Sommer bereits die Kommunikationssparte veräußert wurde. Weitere Verkäufe sollen folgen. Als heißer Kandidat gilt momentan die IT-Sparte SIS.

Quelle: tagesspiegel.de vom 3.11.08