Fusionsgespräche unter Autoriesen

Datum: 20.10.2008
Geht da was bei General Motors und Chrysler? Nach Informationen der Financial Times Deutschland sollen die vor gut einem Monat aufgenommenen und zwischendurch ins Stocken geratenen Verhandlungen zwischen Cerberus und GM weiterlaufen. Eine Einigung könnte sogar noch vor den US-amerikanischen Präsidentschaftswahlen am 4. November anstehen, da die Beteiligten sich davon Zugeständnisse seitens der Politik erhoffen. Die Investmentfirma Cerberus, der Chrysler zu achtzig Prozent gehört, verhandele allerdings auch mit Nissan-Renault über eine Zusammenarbeit.

Sollten tatsächlich zwei der drei Autogiganten aus den USA zusammengehen, entstände der mit Abstand größte Autokonzern der Welt. Eine Position, die GM lange Zeit innehatte. In diesem Jahr mussten die Amerikaner jedoch - vor allem auf Grund ihrer eigenen, seit langem rückläufigen Zahlen - Toyota den Vortritt auf der Pole Position lassen. Alleine in den letzten acht Jahren sank die Beschäftigungszahl bei der Opel-Mutter von 133.000 auf 72.000 Beschäftigte.

GM erhofft sich bei einer möglichen Elefantenhochzeit Kostensynergien von mehreren Milliarden Dollar sowie frisches Geld um das eigene Überleben zu gewährleisten. Denn Chrysler soll über Reserven von etwa 11,7 Milliarden Dollar verfügen. Cerberus wiederum hat vermutlich ein Interesse daran, sich weiter vom schwächelnden Automarkt zurückzuziehen und im Gegenzug von GM die übrigen Anteile am Finanzdienstleister GMAC zu übernehmen, von denen der Finanzinvestor bereits 51 Prozent besitzt.
Quelle: Financial Times Deutschland vom 20.10.08