Gelenkwellenspezialist Rotorion geht an IFA

Datum: 03.11.2009
Rotorion ist verkauft. Der Hersteller von Gelenkwellen gehört künftig zur IFA Gruppe aus Sachsen-Anhalt. Wieviel die an den bisherigen Gesellschafter Tognum dafür zahlen muss, wurde bislang nicht bekanntgegeben. Seitens der Kartellbehörden bestehen keine Einwände gegen den Verkauf.

Der Dieselmotorenproduzent Tognum soll aber nach aktuellem Stand noch fünf Jahre mit 25 Prozent beteiligt bleiben und sich erst dann vollständig zurückziehen. Bei der ehemaligen MTU in Friedrichshafen war die Veräußerung von Rotorion schon seit längerem geplant, da man sich verstärkt auf das Kerngeschäft mit dezentralen Energieanlagen und Antriebssystemen fokussieren will.

Rotorion ist wie Tognum auch in Friedrichshafen angesiedelt, soll aber in den nächsten Jahren mit der Fertigung an den Hauptstandort von IFA in Haldensleben umziehen. Die betroffenen 520 Mitarbeiter können entweder mit nach Sachsen-Anhalt gehen oder bei Tognum bleiben. Für das Rotorion-Werk in Charleston in den USA mit seinen 120 Beschäftigten wird es keine Veränderungen geben.

Nach der Fusion wird die IFA Rotorion zur europaweiten Nummer eins bei der Fertigung von Kardanwellen aufsteigen. Geplant ist eine jährliche Produktion von rund 2 Millionen Einheiten. Die IFA, der ehemalige Industrieverband Fahrzeugbau der DDR, konnte 2008 mit 370 Mitarbeitern einen Umsatz von 95 Millionen Euro einfahren. Im gleichen Zeitraum erreichte Rotorion zwar 226 Millionen Euro. Auf Grund der Flaute in der Autobranche musste das Unternehmen im ersten Halbjahr 2009 aber einen Rückgang um 39 Prozent auf 75 Millionen Euro verkraften.
Quelle: kfz.net vom 2.11.09