Grünenthal veräußert seine Kontrazeptiva-Sparte

Datum: 04.11.2010
Käufer ist der ungarische Pharmahersteller Gedeon Richter. Der zahlt dafür einschließlich sämtlicher Vermarktungsrechte 236,5 Millionen Euro an das Aachener Pharmaunternehmen. Allerdings steht die Zustimmung der deutschen Kartellbehörden noch aus. Wenn diese rechtzeitig erfolgt, soll das Geschäft bis zum Jahresende abgeschlossen werden.

Zum Geschäftsfeld Kontrazeptiva bei Grünenthal zählen unter anderem die gynäkologischen Produkte Balanca, Belara, Conceplan, Desmin, Eve, Neo-Eunomin und Synphasec. Verkauft wird dieser Bereich, der zuletzt 78 Millionen Euro zum Gesamtumsatz von 881 Millionen Euro beitrug, weil Grünenthal sich künftig mehr auf Produkte für die Schmerztherapie konzentrieren will.

Grünenthal ist in der jüngeren deutschen Geschichte gleich zweimal in Erscheinung getreten. Zum einen waren die Aachener bundesweit das erste Unternehmen, das nach dem zweiten Weltkrieg Penicillin auf den deutschen Markt brachte. Traurige Bekanntheit erlangte es aber durch das ab 1957 verkaufte Schlafmittel Contergan, dessen Nebenwirkungen eine große Zahl von Ungeborenen schädigte.

Gedeon Richter hält eine Beteiligung am Budapester Pharmagroßhändler Hungaropharma und befindet sich selbst zum Großteil in internationalem Streubesitz.

Quelle: apotheke-adhoc.de vom 3.11.10