Hapag-Lloyd an Hamburger Bieterkonsortium verkauft

Datum: 13.10.2008
Die Zukunft von Hapag-Lloyd liegt in Hamburg. Nach langem Hin und Her verkauft TUI die Mehrheit der Anteile an der Traditionsreederei an ein Hamburger Bieterkonsortium um den Logistikunternehmer Klaus-Michael Kühne. Diese Entscheidung wurde jetzt vom TUI-Aufsichtsrat genehmigt, nachdem sich der letzte verbliebene Konkurrent, die Reederei Neptune Orient Lines aus Singapur, in der vergangenen Woche ohne Angabe von Gründen zurückgezogen hatte.

Der Kaufpreis soll rund 4,45 Milliarden Euro betragen und beinhaltet Verbindlichkeiten von etwa 3,5 Milliarden Euro. Die TUI will eine Beteiligung von genau einem Drittel der Aktien an der neu entstehenden Gesellschaft halten und zahlt dafür rund 700 Millionen Euro. Priorität soll nach dem Verkauf allerdings das Reisegeschäft genießen, in das die TUI jetzt noch einmal kräftig investieren will.

Zur Hamburger Bietergruppe Albert Ballin, benannt nach einem der bedeutendsten Hamburger Reeder, gehören unter anderem auch die Banken M.M.Warburg und die HSH Nordbank sowie die Stadt Hamburg über das Beteiligungsunternehmen HGV. Die Gruppe plant, Hapag-Lloyd als eigenständiges Unternehmen in Hamburg zu belassen. Das ist auch im Sinne der meisten Beschäftigten bei Hapag-Lloyd, die aus Angst vor einem Arbeitsplatzabbau wiederholt gegen einen möglichen Verkauf der Container-Reederei ins Ausland protestiert hatten.

Quelle: spiegel.de vom 12.10.08