Harte Zeiten bei der FTD Fahrzeugtechnik

Datum: 23.03.2012
Die FTD Fahrzeugtechnik Dessau musste gestern ein Insolvenzverfahren beantragen. Damit bangen 110 Beschäftigte mehr denn je um ihre Jobs. Allerdings scheint diese Insolvenz auch der letzte Rettungsanker für die angeschlagene Firma zu sein, die sich auf den Bau von kompletten Schienenfahrzeugen und dazugehörigen Subsystemen spezialisiert hat.

Denn das noch Ende 2008 als Retter gefeierte rumänische Unternehmen CTF scheint nicht mehr willens, sich noch großartig in Dessau zu engagieren. Ein angekündigter Besuch der rumänischen Geschäftsführung fand trotz der prekären Lage nicht statt. Und auch die Umstände, die zur aktuellen Situation führten, werfen kein gutes Licht auf CTF.

Ein offener Brief, von der FTD-Belegschaft Anfang des Monats an Gewerbeaufsicht, Umweltamt und Berufsgenossenschaft in Dessau sowie an weitere hohe politische Stellen geschickt, trug maßgeblich dazu bei, dass endlich eine Reaktion erfolgte. Darin wurden Missstände im Werk angeprangert, die durch fehlendes Engagement seitens der Geschäftsführung und bewusstem Wegschauen der Behörden immer schlimmer würden. Gewerbeaufsicht und Berufsgenossenschaft besuchten daraufhin die FTD und legten mehrere Anlagen still. Mit dem nun erfolgten Insolvenzantrag sollen in erster Linie die Forderungen der Gläubiger geschützt werden.
Quelle: naumburger-tageblatt.de vom 22.3.12