Hochtief und ACS: Übernahme oder nicht?

Datum: 16.09.2010
Das größte spanische Bauunternehmen ACS zeigt seit einiger Zeit Interesse an einer Übernahme des Hochtief-Konzerns. Die Madrilenen sind mit 30 Prozent der Aktien bereits größter Anteilseigner, wollen nun aber offensichtlich auch den Rest haben. Deshalb legten sie den übrigen Aktionären ein Angebot vor. Das fiel allerdings anders als erwartet aus.

Lediglich acht eigene Anteilsscheine für fünf Hochtief-Aktien bieten die Spanier und bewerten damit die Hochtief-Papiere nur mit 55,68 Euro pro Stück. Sie scheinen also nicht willens, allzu viel für eine Übernahme des MDAX-Konzern zahlen zu wollen. Denn der Kurs der Hochtief-Aktie bewegte sich die letzten Tage zwischen 54,84 und 62,22 Euro. Ein Übernahmebonus sieht anders aus.

Damit ist ACS dabei, ein Stück weit sein hohes Ansehen beim Ruhrpottkonzern aufs Spiel zu setzen. Als die Spanier 2007 für etwa 1,3 Milliarden Euro mit 25 Prozent bei Hochtief einstiegen, galten sie noch als Retter, weil sie dadurch die Angst vor einer mehrheitlichen Übernahme durch Finanzinvestoren bannten, die denn Essener Bauriesen hätten zerschlagen könnten.

Auf jeden Fall würde Hochtief den Madrilenen, dessen Chef Florentino Pérez gleichzeitig Präsident bei Real Madrid ist, gut ins Konzept passen. Die versuchen ihre Abhängigkeit vom maroden einheimischen Baumarkt zu verringern. Auch deshalb setzt ACS inzwischen neben Bauleistungen auch auf Dienstleistungen und erneuerbare Energien. Insgesamt werden die Kosten für eine Übernahme auf rund 2,7 Milliarden Euro taxiert.
Quelle: ard.de vom 16.9.10