Holtzbrinck fleddert Pin

Datum: 26.09.2008
Neue Konkurrenz für die Deutsche Post. Zwölf Tochtergesellschaften des insolventen Postdienstleisters Pin mit insgesamt rund 2.500 Beschäftigten gehen an Holtzbrinck. Dazu zählen die Regionalgesellschaften in Berlin, Brandenburg, Freiburg und Würzburg. Diese stellen in der gesamten Bundesrepublik zu und decken im Verbund mit Kooperationspartnern etwa 60 Prozent der deutschen Haushalte ab.

Über den Kaufpreis wurden keine Angaben gemacht. Die Zustimmung der Kartellbehörde steht noch aus, gilt aber als sicher. Im Raum Berlin- Brandenburg erwächst damit der Deutschen Post ein neuer Hauptkonkurrent. Holtzbrinck plant ein langfristiges Engagement, das auch notwendige Investitionen beinhaltet, um dauerhaftes Überleben auf dem Markt zu sichern und profitabel arbeiten zu können.

Bei Pin verbleiben damit noch gut 1.200 Mitarbeiter, für die ebenfalls ein langfristig orientierter Gesellschafter gesucht wird. Dem Unternehmen wurde Ende letzten Jahres unmittelbar nach dem Beschluss des Bundestages zur Einführung eines Mindestlohns für Briefträger von seiner Mutter, dem Axel Springer Verlag, der Geldhahn zugedreht. Und zum unabhängigen Überleben waren keine ausreichend guten Strukturen gegeben.
Quelle: Financial Times Deutschland vom 25.9.08