HRE kann verstaatlicht werden

Datum: 03.06.2009
Geschichte wird gemacht, es geht voran. Das sang die Band Fehlfarben zu Zeiten der neuen deutschen Welle. Und das trifft auch auf die Entwicklung bei der Hypo-Real-Estate zu. Denn zum ersten Mal in der Historie der Bundesrepublik Deutschland könnte eine Bank verstaatlicht werden. Der Weg dahin wurde gestern auf der außerordentlichen Hauptversammlung in München freigemacht.

Ein hitziger Abend, von dem keine Bild- und Tonaufnahmen gemacht werden durften, endete mit der vom Bund angestrebten Zustimmung zu einer Kapitalerhöhung. 74 Prozent der Anwesenden gaben dazu ihr Einverständnis. Allerdings gab es auch zahlreiche Aktionäre, die sich gegen die Pläne des Bundes stellten und dies auch lautstark während der Rede des Bundesvertreters kund taten.

Das nützt ihnen jetzt trotzdem nichts mehr. Denn nach der Ausgabe der neuen Aktien wird der Bund seinen Anteil von momentan 47,3 Prozent auf mehr als neunzig Prozent erhöhen und durch ein squeeze-out die übrigen Anteilseigner mittels einer Abfindung aus dem Unternehmen auskaufen. Damit werden die Einzelinteressen der Anleger ganz klar hinter das Interesse der Allgemeinheit gestellt sagte der Vorsitzende des staatlichen Bankenrettungsfonds Soffin, Hannes Rehm. Eine Verstaatlichung sei seiner Meinung nach der beste Weg um am Kapitalmarkt günstiger Geld leihen und somit mittelfristig wieder schwarze Zahlen schreiben zu können.
Quelle: boerse-online.de vom 3.6.09