IKB-Bank an US-Investor verkauft

Datum: 22.08.2008
Die Private Equity Gesellschaft Lone Star aus den USA wird eine Mehrheit von 90,8 Prozent an der durch Fehlspekulationen schwer in Not geratenen Mittelstandsbank IKB übernehmen. Der Präsidialausschuss der staatlichen KfW-Bankengruppe als bisheriger Mehrheitseigentümer der IKB gab eine entsprechende Empfehlung. Diesem Ausschuss gehören unter anderem Wirtschaftsminister Michael Glos (CSU) und Finanzminister Peer Steinbrück (SPD) an. Weitere Details zu der Transaktion sollen in den nächsten Tagen folgen.

Ironie der Geschichte: Ausgerechnet ein US-Unternehmen übernimmt die IKB, die erst durch Spekulationen am US-Kreditmarkt in ihre jetzige Schieflage geraten war. Nur auf Grund einer Milliardenschweren Risikoabdeckung seitens KfW, Bund und Bankenwirtschaft konnte die Pleite bislang verhindert werden.

Zudem handelt es sich bei Lone Star um kein unbeschriebenes Blatt. Der Finanzinvestor aus Dallas war in Deutschland wegen seiner Kredithandelsgeschäfte gleich mehrfach in die Kritik geraten. Diese bezog sich zum einen darauf, dass Lone Star vorgeworfen wurde, vertragsgerecht bediente Kredite nach Ablauf der ursprünglichen Vertragslaufzeit anschließend ohne entsprechende Ankündigung und überraschend für die Kreditnehmer nur zu wesentlich ungünstigeren Konditionen angeboten oder gleich ganz gekündigt zu haben. Zum anderen kaufen die Texaner von Banken Kredite und übernehmen alle darin festgelegten Rechte und Pflichten. Ob ein solcher Verkauf rechtmäßig ist, wird von vielen Experten bestritten, weshalb Klagen bei deutschen Gerichten, bisher allerdings erfolglos, laufen.
Quelle: Zeit-online vom 21.8.08